Zeitmanagement im reinen Online Learning – geht das?

Unlängst hat einer unserer Kunden nachgefragt, ob ein Seminar zum Thema „Zeitmanagement und Selbstmanagement“ für weltweit verteilte Teilnehmer auch als reines Online Learning durchgeführt werden kann. Die Aufgabenstellung ist etwas trickreich, aber es geht, wenn man Webinare geschickt einsetzt.

Das angebotene didaktische Design besteht in seinem Kern aus 5 Lerneinheiten. Jede Lerneinheit beginnt mit einer Selbstlernphase mit unterschiedlichen Lernmedien. Am Ende jeder Selbstlernphase steht ein Webinar. In dem Webinar werden keine Inhalte vermittelt, sondern aus den selbständig erlernten Inhalten individuelle Lösungen abgeleitet. Diese werden in der folgenden Transferphase sofort umgesetzt. Die Transferphase überlappt sich dabei mit der Selbstlernphase der nachfolgenden Lerneinheit. Das gesamte Programm wird natürlich von einem Online-Trainer begleitet.

Wenn Sie sich mehr für das Design interessieren senden Sie bitte eine E-Mail an konrad.fassnacht@fct-akademie.com.

Lernende Grüße aus dem Rheinland

Konrad Fassnacht

Die digitale Revolution gestalten

In der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung findet sich heute unter der Rubrik „Zukunft der Arbeit“ ein interessanter Artikel „Was die digitale Revolution mit uns macht“. Der Artikel ordnet die digitale Revolution in einen Kontext der Veränderung ein, von der Erfindung der Dampfmaschine über die Erfindung von Elektrizität und Fließband mit der Massenfertigung bis hin zu der Erfindung des Computers in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Nun steht die vierte Revolution vor der Tür, nämlich die digitale Revolution. 

Was bedeutet die digitale Revolution für Unternehmen und für Arbeitnehmer? Worauf müssen wir uns einstellen? Wichtig ist die Erkenntnis, dass wir die digitale Revolution nicht aufhalten können. Sie wird kommen! Also müssen wir versuchen, sie mit zu gestalten. Dazu gehört zum Beispiel, dass sich die Führungskultur in den Unternehmen verändern muss. Firmen mit autoritären Chefs, die Kraft ihrer Macht führen, sind nicht innovativ. Sie werden scheitern. Aber auch die Arbeitsorganisation verändert sich. Dazu gehört z.B., dass die Anwesenheitspflicht im Büro immer mehr wegbrechen wird. Dies kann ein Risiko sein: die Arbeitnehmer fühlen sie ihres Schutzes beraubt. Oder es kann eine Chance sein, endlich Familie und Beruf besser unter einen Hut zu bekommen

Die FCT Akademie und das CLC-Team von Corporate Learning & Change sehen es als ihre Aufgabe an, die Veränderungen der digitalen Revolution mit zu gestalten. Hierzu gehört die Vorbereitung der Führungskräfte auf neue Führungssituationen, die Einführung neuer Lernformate, um mit dem exponentiell wachsenden Wissen besser zurecht zu kommen, die Einführung von Wissensmanagement, das seinen Namen verdient, und die Vorbereitung der Mitarbeiter auf die Chancen und Risiken neuer Freiheiten und neuer Arbeitsmöglichkeiten.

Lernende Grüße aus dem Rheinland

Konrad Fassnacht

 

„Helikopter-Eltern“ – von der Kunst, zur Unselbstständigkeit zu erziehen

In der heutigen Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung finden Sie unter der Überschrift „Kinder, bleibt im Haus!“ einen interessanten Artikel über die sogenannten „Helikopter-Eltern“. Zwar schildert der Artikel die Situation in den USA, doch es wird auch auf Tendenzen in Deutschland hingewiesen, die in die gleiche Richtung gehen, z.B.: „1970 liefen in Deutschland noch 91 Prozent der Erstklässler selbstständig zur Schule, 2000 waren es nur noch 17 Prozent.“

Mir haben sich beim Lesen des Artikels eine ganze Reihe von Fragen gestellt. Wie ist es um den Zeitmangel bestellt, unter dem wir alle scheinbar leiden, wenn wir die Zeit haben, unser Kinder zur Schule zu fahren? Muss einmal mehr die Schule als „Reparationsbetrieb“ unsere Kinder zur Selbstständigkeit erziehen, weil wir als Eltern es nicht mehr gebacken bekommen? Was müssen Führungskräfte leisten, wenn die jungen Leute immer unselbstständiger werden?

Hier passt ein Erlebnis, das mir unlängst ein Teilnehmer unseres Seminars „Führungskraft im digitalen Zeitalter“ geschildert hat. Ein junger Mitarbeiter, der in der Abteilung meines Teilnehmers als Trainee beginnen sollte und dazu von A nach B umziehen musste, fragte ihn als Führungskraft allen Ernstes: „Haben Sie mir schon eine Wohnung beschafft?“ Als die Führungskraft überrascht erwiderte, dass er das schon selber machen müsse, meinte der junge Mann: „Da erwarte ich schon Ihre Hilfe. Ich bin fremd hier und als mein Chef müssen Sie sich um mich kümmern.“

Lernende Grüße aus dem Rheinland

Konrad Fassnacht

Live-Online-Dozentin/-Trainerin / Live-Online-Dozent/-Trainer

Webinare sind einer der großen „Renner“ in der Weiterbildung. In der Tat bietet dieses Lehr-/Lernformat eine ganze Reihe von Chancen, um Weiterbildung attraktiv zu gestalten. Die Einsparung von Reisekosten und Reisezeiten ist dabei einer der kleineren Vorteile.

Gut gemachte Webinare liefern Wissen „in a nutshell“, d.h. kleine Wissensportionen, die genau auf das Lernziel und auf die Zielgruppe fokussiert sind. Sie bieten interaktives Erarbeiten des Lernmaterials, mediale Inhalte von der animierten PowerPoint-Folie bis zum integrierten Video, Zusammenarbeit in kleinen Lernteams und ein hohes Maß an virtueller Präsenz.

Allerdings hat der Herr auch hier zuerst den Schweiß gesetzt. Nur Ausnahmetalente präsentieren auf Anhieb Webinare, die die Teilnehmer vom Hocker reißen. Die große Mehrzahl der Trainer und Dozenten, die auf diesem Parkett Erfolg haben wollen, müssen zunächst die – natürliche virtuelle – Schulbank drücken. Sie müssen lernen, mit den medialen Möglichkeiten im virtuellen Klassenzimmer virtuos umzugehen und attraktive Webinare zu bauen. Sie müssen lernen, wie die Inhalte im Webinare dargestellt werden, wie sie die Teilnehmer zu Mitmachern entwickeln und wo das Webinar seine Grenzen hat. Dazu gehört auch die Entscheidung, welche Lerninhalte man im Webinar vermittelt, welche man den Teilnehmern zum Selbstlernen zur Verfügung stellt und welche man einfach weglässt, weil sie nicht den Lernzielen entsprechen.

Im Kurs „Live-Online-Dozentin/-Trainerin / Live-Online-Dozent/-Trainer„, den das CLC-Team und die FCT Akademie zusammen mit der Universität Stuttgart anbietet, erwerben Sie auf spannende Art die notwendigen Kompetenzen – und demonstrieren diese in einem abschließenden kurzen Prüfungs-Webinar. Der Lohn: ein Zertifikat der Universität Stuttgart. Schauen Sie doch einfach einmal bei der Uni vorbei und informieren Sie sich über den Kurs, Kurstermine und mehr.

Dr. Katja Bett und ich, die Sie gemeinsam durch den Kurs begleiten, würden uns freuen, Sie virtuell begrüßen zu dürfen. Der nächste Durchgang unseres Erfolgskurses beginnt mit einer einführenden Check-In Session am Montag, dem 12. Januar 2015 18:00 – 19:00 Uhr. Melden Sie sich jetzt über die Webseite der Universität Stuttgart an.

Lernende Grüße aus dem Rheinland

Konrad Fassnacht

„Pilz! – Was erlauben Pilz?“ E versus Learning

Auf tagesschau.de gibt es eine Artikel, der mir die Haare zu Berge stehen lässt. „Software-Entwickler Thomas Pilz … erklärt, wie die Schule der Zukunft aussehen könnte.“ Haben wir das nicht schon lange überwunden, dass die IT den Weg des Lernens zeigen will? Ist nicht die erste E-Learning-Welle unter andere daran gescheitert, dass die IT der Treiber war? Wird hier wieder einmal das E über das Learning gestellt? Das Interview von Tagesschau.de mit Thomas Pilz nährt diesen Verdacht.

Es geht in dem Interview kräftig zur Sache, wenn es um die e-Ausstattung der Schulen und die e-Kompetenz der Lehrer geht. Natürlich gibt es an den deutschen Schulen ein Defizit in der Ausstattung mit IT. Nur – die Aufrüstung der Schulen durch Rechner, Software und andere Techniken löst das Problem nicht. Und die Lehrer? Die Lehrer werden nicht durch die IT abgeholt und in die Lernwelt der Zukunft geführt. Lehrer sind Pädagogen. Ihre Kompetenz sind neben der Fachkompetenz die Didaktik und Pädagogik, nicht die IT. Um neue Lernwelten an den Schulen aufzubauen, hat die IT, haben die Tools, eine Unterstützungsfunktion. Nicht mehr und nicht weniger. Medienpädagogik, Mediendidaktik, Medienkompetenz – darum geht es an den Schulen.

Tja, und dann kommt da noch Werbung von Herrn Pilz in eigener Sache und ein gewisses Lästern gegen Moodle.

Lieber Herr Pilz, alles, was Ihre Plattform kann, kann Moodle auch. Auch Moodle ist online-basiert. Und auch Moodle funktioniert wie ein großes Netzwerk. Auch mit Moodle kann ein Lehrer zu Hause eine Schulstunde entwerfen und sie den Schülern direkt zur Verfügung stellen. Virtuelle Arbeitsgruppen und Tests – mein lieber Herr Pilz, das kann Moodle alles auch. Man hat den Eindruck, dass Sie sich mit Moodle nie beschäftigt haben. Oder schlimmer noch – bewusst einen „großen Schmarren“ erzählen.

Ich bin wirklich sauer, denn mit derartigen Platituden und Breitseiten gegen Lehrer und Schulen tut man dem modernen Lernen keinen gefallen. Modernes Lernen ist spannend, aufregend, herausfordernd. Es macht Spaß und birgt so viele neue Chancen. Neue Lernmedien werden das Lernen in etwa genauso revolutionieren wie der Buchdruck – aber nur, wenn man didaktisch, methodisch und pädagogisch an die Sache herangeht. Es war nicht die Druckerpresse, die Menschen bildete, sondern die Inhalte der Bücher, die durch die Druckerpresse in großem Stil erzeugt werden konnten.

Ich wünsche mir, dass sich die Lehrer viel mehr als heute mit dem Potenzial neuer Lernmedien auseinandersetzen, sie in den Unterricht aufnehmen, die Lernergebnisse der Schüler verbessern. Aber mit derartigen Artikeln verschreckt man nur. Das nutzt nur einem – einem Softwarehersteller, der seine Produkte verkaufen will. Vielleicht aber auch nicht.

Lernende Grüße aus dem Rheinland

Konrad Fassnacht

Und wer den Artikel lesen will – hier der Link: http://www.tagesschau.de/inland/e-learning-interview-101.html

Zurück in die Steinzeit des Lernens

Gestern diskutierte ich mit meinem Geschäftspartner, Rob Bigge von der GreenHouse Group in Brüssel, über die Zukunft des Lernens. Der aktuelle Trend ist ohne Frage Blended Learning – doch das ist nichts wirklich Neues. Der klassische Fernunterricht kennt das Lernen im Medienmix schon seit Jahrzehnten. Studienbriefe bzw. Lernhefte wurden mit Audios und anderen Lernmedien sowie mit Präsenzseminaren zu Fernkursen kombiniert. Klar, die e-Medien fehlten, aber da hat der Fernunterricht inzwischen gut aufgeholt. Anderes Beispiel: Siemens führte bereits 1997 mit seinem Siemens Management Learning Program ein großes Blended Learning Programm durch, das bis heute seinesgleichen sucht. Partner war die Duke University, schon damals führend im Blended Learning. Der Trend „Blended Learning“ ist da, aber bei weitem nicht neu.

Neben Blended Learning gibt es weitere Trends. Und die sind genau betrachtet eigentlich auch nicht neu. So gibt es zum Beispiel selbstgesteuertes Lernen mit großen und kleinen Web Based Trainings und mit netten „Learning Nuggets“ schon seit Jahrzehnten, damals noch als Computer Based Training. Mobile Learning heißt eigentlich nichts anderes, als das Lernanbieter ihr Material so aufbereiten müssen, dass es mit Tablets und Smartphones auch bei der Bergwanderung nett anzuschauen ist. Lernen mit informellen Quellen machen wir schon seit es den Buchdruck gibt und wir Fachbücher und Fachzeitschriften lesen. Heute verwenden wir das Internet. Spannend wird es bei informellem Lernen in virtuellen Lerncommunities durch den Austausch mit Menschen, die irgendwo auf der Welt sitzen. Damit sind wir rein „lerntechnisch“ sogar zurück in der Steinzeit des Lernens. So haben unsere Vorfahren in grauer Vorzeit voneinander gelernt, in der Welt zu überleben.

Wir sollten uns also hüten, die neuen Lernwelten als das absolut Neue und noch nie Dagewesene zu hypen. Damit verschrecken wir viele Menschen, die gerne lernen würden, aber vor dem Berg an Technologien, dem Dschungel der Begrifflichkeiten und dem Irrgarten der Möglichkeiten kapitulieren.

Es gilt, den Menschen nicht nur in das Zentrum des Lernens zu setzen, wie es die neuen Lerntechnologien wunderbar ermöglichen. Der Lernende benötigt auch die entsprechenden Rahmenbedingungen und Lernkulturen. Selbstgesteuertes Lernen ist nicht neu – mit neuen Lernmedien sehr wohl. Informelles Lernen ist nicht neu – über Netzwerke sehr wohl. Lernen am Arbeitsplatz ist nicht neu – über den Rechner sehr wohl. Die Vielfalt der Möglichkeiten inklusive der zahlreichen Technologien, der Mangel an Zeit, die Kultur der Geschwindigkeit und des Soforts, die Überlastung mit Informationen und die Angst vor dem vielen Neuen, die nicht selten von Weiterbildungs- und Technologieherstellern durch hypiges Geschrei geschürt wird – das sind einige der eigentlichen Blockierer auf dem Weg in die neue Lernwelt.

Wir sollten uns mal in Ruhe zurücklehnen und uns überlegen, wie früher – zurück bis in die Steinzeit – gelernt wurde. Genauso lernen wir heute noch, allerdings mit neuen Rahmenbedingungen. Wir müssen also zunächst nicht das Lernen neu erfinden, sondern wie der Mensch sein Lernen in die neuen, technologischen Möglichkeiten so einbetten kann, dass er sich wohlfühlt und gerne lernt. Pragmatische Vorgehensweisen sind gefragt. Dann können wir die Lernenden auch mitnehmen und an das wirklich Neue im Lernen heranführen – dass wir das Wissen nicht mehr in den Köpfen haben müssen, weil es jederzeit im Internet zugreifbar ist, sondern das wir aus dieser Fülle an Wissen das Richtige extrahieren, Kompetenzen aufbauen und Probleme lösen können.

Lernende Grüße aus dem Rheinland

Konrad Fassnacht

Top 100 E-Learning Tools

Jane Hart hat auch in diesem Jahr wieder eine Umfrage durchgeführt, um die beliebtesten Learning-Tools zu ermitteln. Es haben 1038 Lernprofis aus 61 Ländern teilgenommen.

Das Ergebnis erstaunt mich jedes Jahr aufs Neue. Es zeigt, wie vielfältig die Vorstellungen von Learning-Tools sind. Auf der Liste der Top 100 Learning Tools tauchen Produkte auf wie z.B. die Office-Werkzeuge Word, PowerPoint und Excel, Dateiablagewerkzeuge wie Dropbox, Social Network Tools wie Facebook und LinkedIn und vieles mehr. Natürlich findet man auch die klassischen Werkzeuge wie Lernplattformen und Autorentools, aber zum Teil „unter Ferner liefen“.

Was soll man davon halten? Zum einen, wie schon erwähnt, wird die große Bandbreite an Vorstellungen von Learning-Tools aufgezeigt. Zum anderen erkennt man aber auch deutlich die Bedeutung eines wichtigen Lernkonzepts, das die Menschen schon immer einsetzen: das informelle Lernen mit informellen Quellen, die nicht speziell für das Lernen entwickelt worden sind. So zeigte mir z.B. mein Nachbar, wo es die besten Pizzas in Bonn gibt, während ich von meinem Vater lernte, wie ich meine Wohnung tapeziere.

Zunehmend stehen uns auch elektronische Medien und Werkzeuge zum informellen Lernen zur Verfügung. Dies ist wiederum weniger erstaunlich. Doch es eröffnet auch neue Perspektiven auch auf formales Lernen. So kann ein Lerncoach Lernende begleiten, um das Lernziel semi-formal zu erreichen – indem er z.B. geeignete informelle Quellen bereitstellt, die Lernenden zur Reflexion anregt, ihnen als Sparrings-Partner zur Seite steht, Lernende mit gleichen Interessen zusammenbringt und auch ihre Fragen diskutiert. Lerncoach – für mich eine neue Rolle für Trainer, in die diese hineinwachsen müssen.

Lernende Grüße aus dem Rheinland

Konrad Fassnacht

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